Verlässlichkeit

Nicht ausschließlich, aber gerade auch als Gelegenheitswissenschaftler ist unsereiner auf valide Quelleninformationen erpicht. Bei der Auswertung der Tagespresse musste man diesbezüglich seit je eine gewisse Vorsicht walten lassen und tunlichst weitere Quellen heranziehen. Das gilt, wie ein aktuelles Beispiel zeigt, mehr denn je.

Am 2. November 2009 erschien in der „Frankfurter Rundschau“ ein Interview mit der Schauspielerin Jessica Schwarz zu ihrer Hauptrolle in der Filmbiografie „Romy“. Als Autor zeichnete Jan Freitag. Ebenso bei dem ähnlichen, aber doch deutlich abweichenden Interview mit Jessica Schwarz, das am 9. November 2009 vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ bereitgestellt wurde. Verblüffender aber noch, dass im Web seit mindestens 9. Oktober 2009 ein Wortlaut-Interview mit Frau Schwarz kursierte, das teils wortgleiche Passagen aufweist, während Fragenreihenfolge und auch Antworten bisweilen von den späteren Versionen abweichen. Dort wird als Urheber Eric Leimann angeführt.

Dieser längere Interviewtext wurde von der Agentur „teleschau – der mediendienst“ vermarktet. Auf Anfrage teilt „teleschau“-Geschäftsführer Kai-Oliver Derks mit, dass bei dem besagten Gespräch mit Frau Schwarz zwei Journalisten zugegen waren.

Dem Anschein nach also gibt es ein Interview, aber drei verschiedene Versionen.

Und am Ende steht die Frage: Was hat Frau Schwarz denn nun tatsächlich gesagt?

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