Hinweis in eigener Sache

Weil den Chronisten kürzlich schon wieder eine einschlägige Anfrage erreichte, muss auch diese Angelegenheit wohl mal öffentlich gemacht werden. 1999 verfasste der Autor dieser Zeilen für „Die Zeit“ ein Porträt der späterhin unrühmlich abgedankten NDR-Redakteurin Doris J. Heinze. Die ihr zur Last gelegten Verfehlungen ereigneten sich nach jetzigem Wissensstand erst Jahre später. Insofern entsprach der Text der damaligen Sachlage, da gibt es wenig zu korrigieren, denn Heinzes Irrwege, die neben einer juristischen wohl auch einer psychologischen Interpretation bedürfen, ändern auch weiterhin nichts an ihrer vormaligen beruflichen Leistung. In einem aber ist das „Zeit“-Porträt leider nicht verlässlich: Die in den Text eingestreuten wörtlichen Zitate wurden von der „Zeit“-Redaktion ohne Rücksprache mit dem Autor oder mit Frau Heinze teilweise verändert. Sie sind nicht authentisch und taugen somit nicht als Belege für küchenpsychologische Charakterstudien, wie sie in jüngster Zeit versucht wurden.

Dem Verfasser ist nebenbei noch ein weiterer Fall bekannt, in dem „Zeit“-Redakteure den Beitrag einer freien Mitarbeiterin massiv umschrieben, sodass der Text am Ende zwar ihrem etwas verengten Weltbild, nicht aber den Tatsachen entsprach. Der Fall Heinze zeigt nun aktuell, wohin solche Eingriffe führen können: Die Irrtümer machen die Runde und setzen sich immer weiter fort.

Soweit die heutige Epistel zum Thema Qualitätsjournalismus.

 

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