Vorschläge zur Güte

Die Marler Medien-Kartause (© Harald Keller), als "Insel" einst Sitz der örtlichen Volkshochschule.

Weil es, was auch angesehenen Nachrichtenagenturen schon passiert ist, dieser Tage in einer Provinzgazette wieder einmal falsch dargestellt wurde, hier mal schnell das Prozedere des Grimme Preises, den als renommiert zu attributieren ja schon Redaktionspraktikanten und anderen Grünschnäbeln zur schönen Gewohnheit geworden ist.

Wir alle, die wir dem einfachen fernsehenden Volke angehören, können, zum Beispiel hier, aber auch per Brief, Karte oder Fax, die unserer Meinung nach besonders gelungenen Fernsehsendungen wie auch herausragende Einzelleistungen wie beispielsweise eine exzellente Kameraführung, eine Tonmischung sondergleichen oder eine unübertreffliche Moderation nach Marl melden. Das sind die oft zitierten VORSCHLÄGE. Die noch keinerlei Wertung beinhalten.

Die vorgeschlagenen Sendungen werden von den jeweils zuständigen NOMINIERUNGSKOMMISSIONEN gesichtet und gesiebt. Am Ende dieses nicht einfachen Prozesses stehen die NOMINIERUNGEN. Wer eine solche erhält, darf sich, wenn er meint, das tun zu müssen, schon mal ein wenig brüsten. Nicht aber bei einem VORSCHLAG! Der bedeutet gar nichts!! Nicht wahr, Frau B. und Herr S. – Sie wissen das jetzt auch!?

Nach Ermittlung der Nominierungen treten gesonderte Gremien zusammen, die JURYS, die aus diesen Kandidaten dann endlich die Preisträger auswählen. Nach eingehender Sichtung und langen Diskussionen, im Idealfall unter Ausblendung des persönlichen Geschmacks, dafür unter ständiger Befragung des eigenen Gewissens. Letzteres klappt nicht immer, sonst hätte „Tracks“ ja mal einen Grimme Preis abbekommen, aber in der Summe funktioniert das Verfahren doch recht gut. Besser jedenfalls als andere Preis-Ausschreiben, wo man schon allein für die Mühsal der Anreise eine Trophäe geschenkt bekommt. Da könnte ja jeder kommen … Noch eine Formulierungshilfe: Nicht das Grimme Institut vergibt die Preise, die Jurys tun es. Das Institut fungiert als Ausrichter und nimmt keinen Einfluss auf die Entscheidungsfindung.

Halten Sie also Ausschau, geben Sie die Bestleistungen des laufenden Jahres nach Marl durch. Ganz wichtig noch: Die Statuten verlangen „fernsehspezifische“ Qualitäten, und sie sind perspektivisch ausgerichtet. Mit anderen Worten: abgefilmtes Kabarett passt hier nicht so gut her, und es gibt auch keinen Preis fürs Lebenswerk. Das sollen mal andere erledigen.

Marl, Rathauspassage. © Harald Keller

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