Versteckte Schätze

Comedy Central versündigt sich derzeit am Publikum, denn dort versendet man die Serie „Extras“ in der Nacht von Sonntag auf Montag um 2.00 Uhr. Dafür gibt es um 20.15 Uhr zum abertausendsten Male „South Park“. „Extras“ ist eine Serie aus der Feder, unter der Regie und unter Mitwirkung von Ricky Gervais. Gervais ist auf dem Gebiet der televisionären Hochkomik eine einsame Größe. Er schuf zuvor „The Office“, das unmittelbare Vorbild für unseren „Stromberg“, und spielte dort auch selbst die Hauptrolle. Kennt man das Original, verspürt man gelegentlich ein schmerzhaftes Ziehen in den Zähnen, wenn Christoph Maria Herbst in die Vollen geht.

2005 ließ Gervais „Extras“ folgen, eine Tragikomödie aus dem Milieu der Kleindarsteller. In der momentan bei Comedy Central gezeigten letzten Staffel ist Gervais‘ Charakter Andy Millman nach langen Jahren der Notdurft mit einer flachen und komplett unwitzigen Sitcom endlich erfolgreich und mit ihm die befreundete Kollegin Maggie Jacobs (Ashley Jensen). Nun kämpft Millman – da dürfte einiges biografisch sein – mit den Folgen des Ruhms und ringt auch mal um künstlerische Anerkennung, so wenn er unter der Regie Sir Ian Kellens in einem Theaterstück mitwirkt.

Der Clou der Reihe sind die Gastauftritte hochmögender Zelebritäten, die meist mit großem Spaß das eigene Image verulken. In den noch ausstehenden beiden Episoden tummeln sich unter anderem Robert De Niro, Talkmaster Jonathan Ross, Clive Owen, George Michael, der TV-Koch Gordon Ramsay (mit seiner 2004 installierten Reihe „Kitchen Nightmares“ Vorbild diverser Restauranttester). Auch Orlando Bloom, Daniel Radcliffe, David Bowie, Ben Stiller, Samuel L. Jackson waren sich nicht zu schade, für Gervais vor die Kamera zu treten.

Was neben seiner großartigen Leistung für Gervais einnimmt: Er ist ein Mann mit Haltung. Wofern man einschlägigen Berichten glauben darf, lehnte er nichtsnutzige Nebenrollen in Hollywood-Blockbustern ebenso ab wie hoch dotierte Werbeangebote. Dafür lieferte er einen beeindruckenden Gastauftritt in der Serie „Alias“ (derzeit in der Wiederholung samstags bei Das Vierte) und schenkt uns demnächst die Kinokomödie „Cemetery Junction“.

Und wo wir schon bei versenkten Programmgemmen sind: Die US-Serie „Arrested Development“ (Comedy Central, samstags nachts gegen 1.00 Uhr) erzählte von 2003 bis 2006 schon von den Folgen der Wirtschaftskrise, ehe die überhaupt begonnen hatte. Grund genug, einen Spielfilm folgen zu lassen, der 2011 in die Kinos kommen soll.

 

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