Endlich wieder Freitag

Brisante Themenwahl, originelle Gedanken, prunkende Satzgebilde – es gilt, ein neues Traktat des im journalistischen Mäntelchen agierenden Großsatirikers Jan Freitag zu empfehlen. Im Kölner Stadt-Anzeiger lässt sich der unbestechliche Chronist über die vorweihnachtliche Schwemme an Märchenfilmen aus und erklärt uns, einmal in Geberlaune, auch gleich deren kulturgeschichtlichen Hintergrund und item den gravierenden Unterschied zum gewöhnlichen Degeto-Film:

„Mit ihrer klaren Einteilung in Gut und Böse, Schuld und Recht, Licht und Dunkel, ordnen sie die Welt da draußen ein wenig vor. Mit mal despotischen, mal gütigen Herrschern all der heroischen bis feigen Untertanen, dieser steten Unberechenbarkeit menschlichen Handelns bei konsequenter Verlässlichkeit des positiven Endes unter tierischer Mithilfe. Mit dieser Mixtur auswegloser Lagen, magischen Beistands und individuellen Eifers, lehren sie uns Fehlbarkeit, Fantasie, Unbotmäßigkeit, Gehorsam und den Glauben, einst von einem Prinz auf weißem Pferd aus dem dunklen Wald geholt zu werden.“

Wenn es nicht so viele Worte wären – man müsste es auf T-Shirts drucken.

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