Einwurf

Einen oft verbreiteten Irrtum reicht nun auch das Deutschlandradio weiter. Dort nämlich schreibt Burkhard Müller-Ullrich: „Der ‚Perlentaucher‘ ist mittlerweile fast jeder professionellen Feuilletonlektüre vorgeschaltet. Da er zuverlässig, gründlich und – bis auf gelegentliche klitzekleine Seitenhiebe – vollkommen unparteiisch resümiert, lenkt er die Selbstwahrnehmung des gesamten deutschsprachigen Kulturbetriebs.“

Wenn dem so sein sollte, lenkt der „Perlentaucher“ die Selbstwahrnehmung in die Irre. Der „Perlentaucher“ ist vieles, aber nicht gründlich und auch nicht unparteiisch. Die Verantwortlichen der täglichen Feuilletonrundschau selektieren, was ihr gutes Recht ist. Manche Zeitungen finden häufiger Erwähnung als andere, manche Ressorts werden ausführlicher berücksichtigt. Demnach darf, wer mit wissenschaftlicher Akribie den Weg eines bestimmten Themas durch die deutschen Feuilletons nachvollziehen möchte, wie es aufkam, variiert und ergänzt wurde, sich keinesfalls auf den „Perlentaucher“ allein verlassen. Ansonsten liefe man Gefahr, ein falsches Bild zu zeichnen.

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