Klagelied

Einen eigenwilligen Vergleich zieht der ungewohnt privatsenderfreundlich klingende Stefan Niggemeier in der FAZ in Sachen Leermittelabgabe: „Anders als zum Beispiel die Gema, die Verwertungsgesellschaft der Musikwirtschaft, erhält die Fernsehindustrie von den so eingenommenen Vergütungen (insgesamt rund 200 Millionen Euro jährlich) bislang nichts.“

Nun versorgt die Gema mitnichten die Musikindustrie, sondern die Urheber musikalischer Werke, die Komponisten und Textdichter sowie Musikverleger: „Die GEMA nimmt mit Zustimmung des Urhebers die Verwertung seiner Werke treuhänderisch und kollektiv wahr, und das bereits seit über 100 Jahren in einem sich kontinuierlich verändernden Umfeld“, heißt es in der Mitgliederbroschüre.

In der Musikbranche verhält es sich auch nicht viel anders als im Verlagswesen: Die Autoren sind immer in der schwächsten Position und bedürfen starker Verbände. Insofern hält sich das Mitleid für Gerhard Zeiler, den Chefmanager der europäischen RTL-Group, dessen Lamento durch Niggemeier eine größere Öffentlichkeit findet, doch sehr in Grenzen.

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