Heimatkunde

Der jüngste NDR-„Tatort“ hat die Menschheit gehörig in die Irre geführt. Die taz zum Beispiel schreibt: „Eine alte Wilderin hat die aufgebrachte Kreatur in letzter Sekunde mit einer Ladung Schrot kaltgestellt – eine von vielen eher rabiaten Begegnungen, die die Polizistin aus Hannover hier mit den Hinterwäldlern des Ammerlands haben wird.“

Auch die FAZ glaubt den Schauplatz erkannt zu haben: „Mehr durch Zufall gerät Lindholm ins Herz des Ammerlandes.“

Niemand störte sich daran, dass hier mögliche Tatwaffen in der Ems (!) versenkt wurden und die Grenze zu den Niederlanden nur einen Steinwurf entfernt war. Auch von der B 402 war die Rede, die an Haselünne und Meppen vorbei Richtung Niederlande führt. Des Rätsels Lösung: Die Episode „Vergessene Erinnerung“ wurde zwar im Ammerland gedreht,  der Ort der Handlung aber, das fiktive Volsum, sollte der Vorstellung nach im Emsland liegen.

Da ist die Illusionierung offensichtlich schwer misslungen.

Die aufgeregten Internet-Rezensenten aber, die hier ein verkapptes Remake von M. Night Shyalamans „The Village“ entdeckt haben wollen, sollten vielleicht mal einen Blick auf die Filmographie der Autoren Thomas Wesskamp und Dirk Salomon werfen. „Polizeiruf 110: 1 A Landeier“, gedreht 1995, atmete bereits den selben Geist, der auch dieser „Tatort“-Folge eine besondere Note gab.

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