Teufels Werk und Gottes Beitrag

Stefan Niggemeier hat einen Anlass gefunden, sich zu Wort zu melden, und übermittelt folgenden Einwand zur Glosse „Synchronesisch„:

„Du meinst… oh Verzeihung: Der Leiter dieses kleinen Blog-Hauses mit angeschlossenem Pranger meint also, Max Frisch und Gotthold Ephraim Lessing hätten zu viele schlecht synchronisierte Filme gesehen?“

Nun war und ist ausgerechnet Max Frisch für die häufige Verwendung von Anglizismen bekannt, und Lessings Sprachgebrauch stimmt auch an anderer Stelle nicht mit unserem überein. Wenn aber all jene, die heutigentags die Sentenz „das macht Sinn“ verwenden,  diese Wortwahl mit ihrer Frisch- und Lessing-Lektüre begründen, dann scheint es ja um die Bildung nicht so schlecht zu stehen. Allein, man mag es nicht recht glauben.

Sei’s drum, für den Wachhabenden dieser Blog-Hütte gelten allein die Worte Gottvaters, der unter dem Namen Harry Rowohlt auf Erden wandelt:

„Und tun Sie mir bitte eine Liebe und schreiben und sagen Sie nie wieder ‚das macht Sinn‘, denn dann muß ich doch immer so weinen. Schönen Gruß!!!“ (Anna Mikula [Hg.] und Harry Rowohlt: Gottes Segen und Rot Front. Nicht weggeschmissene Briefe II. Zürich 2009, S. 109)

Harry Rowohlt (© Harald Keller)

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