Klein gehackt und doch empfehlenswert

Am Montag, 31.5., zeigt Arte zu der absurden Sendezeit um 16.50 Uhr die preisgekrönte britische Dokumentation „Afghan Star“. Nicht nur wurde der sehenswerte Film über die afghanische Variante von „Pop Idol“, das wir als „Deutschland sucht den Superstar“ kennen, im Abseits platziert, sondern auch noch um erhebliche 38 Minuten gekürzt. Es fehlt unter anderem ausgerechnet jene Passage, die den afghanischen Moderator Daoud Sediqi veranlasste, nach der Aufführung von „Afghan Star“ beim Sundance Festival nicht in sein Heimatland zurückzukehren. Im Überschwang des ersten Erfolges nämlich hatte sich Sediqi, wie unter anderem hier auch schon berichtet wurde,  zu der Aussage verleiten lassen, die Taliban seien am Ende. Ein naiver Standpunkt wie er später einräumen musste. Inzwischen arbeitet Sediqi in den USA als Talkshow-Moderator  für den afghanischen Auslandsdienst von Voice of America.

Trotz der unentschuldbaren Eingriffe von Seiten Artes, die laut Senderauskunft der Anpassung an den Programmplatz geschuldet sind, soll hier eine Empfehlung ausgesprochen werden. Was nämlich bei uns als Fernsehangebot der niedersten Art gilt, wird in Afghanistan als Mittel zur Versöhnung und als Einübung in die demokratische Praxis aufgefasst. Manchmal ist so ein Perspektivenwechsel sehr erhellend, wird aber in solchen Köpfen wieder wenig ausrichten, denen wir Tiraden wie diese verdanken …

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