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Das einfache lesende Volk kann schon mal den Eindruck gewinnen, dass man bei der „Berliner Zeitung“ nur selten fernsieht. Die heutige Ausgabe lässt uns wissen: „Aus dem kommerzieller gewordenen Kino kommen Regisseure und Schauspieler daher immer öfter zum Fernsehen. (…) Michael Sheen und Dennis Quaid spielen als Blair und Clinton in ‚The Special Relationship’, dazu ist ein Projekt mit Dustin Hoffman und Michael Mann in Vorbereitung.“

Realiter ist der Brite Michael Sheen kontinuierlich im Fernsehen präsent, ob in seiner Paraderolle als Tony Blair im Fernsehspiel „Doppelspitze“ („The Deal“, in Deutschland von Arte ausgestrahlt), in einer dramatisierten Geschichtsdokumentation wie „Rom und seine großen Herrscher“ oder in US-Serien wie „30 Rock“ (ZDFneo). Und Michael Mann? Der Autor, Regisseur und Produzent ist eng mit dem Fernsehen verbunden. Dort begann er seine Karriere als Autor für Serien wie „Starsky und Hutch“, als Produzent verantwortete er unter anderem die epische Serie „Crime Story“, die man kennen sollte, ehe man beispielsweise über „The Wire“ (fach-)simpelt, den Mehrteiler „Drug Wars: The Camarena Story“ und natürlich „Miami Vice“. Manns späterer Kassenhit „Heat“ war ein teils szenengenaues Remake seines TV-Films „L.A. Takedown“. Alle genannten Titel waren auch und meist mehrfach in Deutschland zu sehen.

Der Satz „Viele HBO-Programme schaffen es sonst allenfalls in deutsche Bezahlprogramme, weil sie auch hier für ein breites Publikum zu speziell sind“ könnte ebenfalls vermuten lassen, dass so einiges übersehen wurde. HBO ist ein US-amerikanischer Bezahlkanal, bei dem auch deutsche Free-TV-Sender in der Vergangenheit oft einkauften. In Deutschland waren unter anderem die HBO-Serien „Die Larry Sanders Show“ (RTL), „Dream On“ (RTL II), „Sex and the City“ (ProSieben), „Rom“ (RTL II), „Six Feet Under” (Vox), „Band of Brothers” (RTL II), „Little Britain USA” (Comedy Central), „Extras” (Comedy Central), „In Treatment” (3sat) zu sehen. Die gesellschaftssatirische Serie „Hung” wurde bei Comedy Central leider kürzlich vorzeitig abgesetzt. In den Printmedien hatte ja auch kaum jemand darauf hingewiesen, so wie man bislang noch wenig über die meisterhafte, beeindruckend komplexe Neuauflage von „Battlestar Galactica“ (RTL II) gelesen hat. Eher schon bekommt man das 99. Bekenntnis zu der Brachialsatire „Die Simpsons“ vorgesetzt. Zum Gähnen.

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