Zwei Mal die Sechs

Ab kommenden Samstag bringt Arte erstmals seit langer Zeit die britische Kultserie – hier darf man diesen Begriff füglich verwenden – „Nummer sechs“ zurück auf den Bildschirm. Mitentworfen und wesentlich gestaltet wurde sie von Patrick McGoohan, der visionär Teleüberwachung, die einlullenden Mechanismen der Freizeit- und Spaßgesellschaft, Psychofolter, Scheindemokratie vorwegnahm und seine kritische Haltung in einen 17-teiligen bizarren Agenten-Thriller mit dystopischen Zügen kleidete. Es beginnt mit dieser sagenhaften Vorspannsequenz, in der der von McGoohan verkörperte Held ein Gebäude im Londoner Regierungsviertel ansteuert, seine Demission auf den Tisch knallt und heimfährt zum Buckingham Place 1, um Reisevorbereitungen zu treffen. Doch ein hagerer Bursche in Bestatterkluft lässt unbemerkt Gas in die Wohnung strömen. Der Held verliert das Bewusstsein, erwacht unbestimmte Zeit später, glaubt sich anfangs noch in der heimischen Umgebung, doch ein Blick aus dem Fenster belehrt ihn eines Anderen: statt auf Londoner Hochhäuser schaut er auf eine Art Feriendorf. Rasch lernt er die örtlichen Gegebenheiten kennen. Mit ihm leben in der kleinen Kolonie sehr zufriedene und selig lächelnde Menschen. Sie werden mit allem versorgt, vertreiben sich die Zeit und dürfen gelegentlich wählen. Nur eines ist ihnen nicht möglich: den Ort zu verlassen. Statt Namen tragen sie Nummern, der Held bekommt die Nummer sechs. Die Herrschaft über das Ganze hat Nummer zwei. Ihm (oder ihr) obliegt es, Nummer sechs zu brechen, damit er sein Wissen preisgibt. Nummer sechs widersetzt sich. Sein in jeder Folge an den Anfang gestelltes Credo: I am not a number!!

Vergangenen Samstag startete auf ProSieben die Spielshow „Solitary – Besieg dich selbst!“. Darin begegnen neun mehr oder minder prominente Teilnehmer der Herausforderung, neun Tage lang isoliert in karg ausgestatteten Waben zu leben. Zwischenzeitlich müssen sie unterschiedliche Aufgaben bewältigen, die aus dem Handbuch des CIA für Psychofolter stammen könnten. Gleich nach Erstbezug der Kapseln wurde den Kandidaten von einer angeblichen Computerstimme, die ganz nach der Schauspielerin Karin Giegerich klingt (falsch geraten – es handelt sich um Claudia Urbschat-Mingues; Danke an „Lady Jane“ für den Hinweis), klargemacht, dass sie sich fortan nur noch mit ihrer Teilnehmernummer melden dürfen.

Eine Nummer sechs gibt es auch. Es ist die sportive ProSieben-Moderatorin Funda Vanroy.

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Ein Gedanke zu “Zwei Mal die Sechs

  1. Jane schreibt:

    „Gleich nach Erstbezug der Kapseln wurde den Kandidaten von einer angeblichen Computerstimme, die ganz nach der Schauspielerin Karin Giegerich klingt, klargemacht, dass sie sich fortan nur noch mit ihrer Teilnehmernummer melden dürfen.“

    „Alice“, die „Computerstimme“ ist Claudia Urbschat-Mingues, sie dürften den meisten wohl als Synchronsprecherin von Angelina Jolie im Ohr sein 🙂

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