Panische Collagen

Man muss kein Geld für Humorblätter ausgeben, solange es das Internet gibt. Für herzliches Gelächter sorgte beispielsweise diese Erörterung, die entgegen dem ersten Eindruck nicht als Parodie verfasst wurde:

„‚Tödliches Kommando‘ verweigerte sich bereits jeder Nacherzählbarkeit zugunsten fesselnder, ästhetischer Dichte. Mit ‚Lebanon‘ geht Maoz noch einen Schritt weiter: Sein wuchtiger Film dekonstruiert auch noch die visuelle Integrität des Szenarios zu einer panischen Collage und beschwört mit periskopischer Präzision den totalen Kontrollverlust herauf. Die mitreißende Irrfahrt ist weniger Widescreen-Drama als viel mehr klaustrophobisch-verstörendes Kammerspiel, das sich auf faszinierende Weise um sich selbst dreht, sobald sich die die Schleuse zur Außenwelt schließt.“

Der besprochene autobiografische Film „Lebanon“ des israelischen Regisseurs Samuel Maoz ist desungeachtet ein Meisterwerk. Er wird im Rahmen des Unabhängigen Filmfests Osnabrück (6.-10. Oktober 2010) aufgeführt; der Bundesstart ist für den 14. Oktober angekündigt. Koproduzent war Arte France.

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