Hinreißend kratzbürstig

Am 24. Januar bringt Sat.1 mit „Hannah Mangold & Lucy Palm“ den Pilotfilm zu einem weiteren Eigenformat an den Start. Vor allem wer etwas für kesse Frauen übrig hat, wie sie mit Conny Mey (Nina Kunzendorf) endlich ja auch im „Tatort“ angekommen sind, sollte hier einschalten – und hoffen, dass aus dem Versuchsballon die bereits in Vorbereitung befindliche Reihe wird. Es gibt da eine Fülle an Szenen, die schon jetzt die Vorfreude schüren. So wenn Lucy Palm (Britta Hammelstein) nach Dienstschluss heimkommt und am Fuß der Treppe einen Bundeswehrangehörigen antrifft, mit dem sie eine Nacht verbracht hat und der die Beziehung nun gern vertiefen möchte. Aber Palm ist nicht interessiert: „Pass auf, Gefreiter. Das war wirklich eine nette Nacht. Aber jetzt im Gleichschritt aus meiner Haustür, ja?!“

Klasse. Eine tolle Rolle für die versierte Theatermimin Britta Hammelstein, die sie exzellent, völlig frei von theatralischem Pathos, interpretiert. Palms selbstbewusste Patzigkeit und Sprödigkeit ist hinreißend und von eigener Attraktivität. Umso verwunderlicher, dass Hammelstein auf dem Umschlag der Sat.1-Pressemappe per Stylistin oder Computer oder sonstwie zurechtgemacht wurde, als müsse sie demnächst in Heidi Klums Modelcontest schaulaufen. Eigentlich ein Widerspruch …

Mehr zu diesem sehenswerten 90-Minüter, in dem Anja Kling die zweite Hauptrolle spielt und der ohne die gerade modischen Gemetzel á la Mankell auskommt und gerade deswegen große Spannung entwickelt, findet sich unter dem Titel „Die Irre und die Pussy“ im aktuellen „Focus“.

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