Auch mal ein Thema für den Jugendschutz

Ein vier Jahre altes Wahlplakat, das man unter der Voraussetzung einigermaßen bösen Willens und ausgepichter Absicht, aber ohne Tatsachenbasis in die Nähe von Kindesmissbrauch rücken könnte, sorgt, wie Peter Seidel in seinem Blog berichtet, für neuerliche, künstlich geschürte Aufregung. Wer sich über die Zusammenhänge informiert hat, möge sich dann einmal bitte das eingeblendete Bild unten und darauf vor allem die Empfehlung unten links anschauen. Es handelt sich um die bedruckte Pappumhüllung einer Video-Leerkassette, die sich seit Jahren unbeanstandet im Handel befindet und immer noch vertrieben wird. Dies möge niemand als Relativierung in welcher Form auch immer missverstehen, sondern als sprachlos machende Beobachtung. Konsternierend auch deshalb, weil doch Kinderschützer jeglicher Provenienz vor drei Jahren wie wild durch alle Medien tobten, als RTL mit „Erwachsen auf Probe“ die Adaption der edukativen BBC-Reihe „The Baby Borrowers“ ins Programm nahm.

Aus dem damaligen Kasus lässt sich exemplarisch ableiten: Manch eine öffentliche Auseinandersetzung entpuppt sich bei näherer Betrachtung als rein symbolischer Akt, der weniger der vorgetragenen Sache gilt als vielmehr der publikumswirksamen Positionierung und damit Popularisierung der Beteiligten.

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