Sensationelle Enthüllung: Günther Jauch ist kein Journalist

Jetzt gibt es also Kritik an Günther Jauch, wie die taz ausführlich berichtet und andere schleunigst nacherzählen. Und anders als damals, als etliche Medienredaktionen in Jauchs wehleidiges Lamento über die  als „Gremlins“ diskreditierten Gremienvertreter der ARD einstimmten, findet die Kritik inzwischen zumindest zaghafte, leise angedeutete Zustimmung. Wenn es aber seitens des ARD-Programmbeitrates, so die taz, unter anderem heißt: „Herr Jauch ist […] der einzige Moderator, dessen Gesprächsführung der Beirat deutlich kritisieren muss: er hakt selten nach, setzt sich sogar teilweise über die Antworten seiner Gäste hinweg“, dann fragt sich das Lesepublikum doch nur einmal mehr: Hat man diese treuherzig-jungenhafte Gesprächsmanier denn seinerzeit beim spektakulären Transfer des Kärtchenkneters Jauchs, der oft gar die Namen der eigenen Mitarbeiter vom Zettelchen ablesen musste, nicht gerade billigend in Kauf genommen? Haben denn die Spielervermittler der ARD nie „Stern TV“ gesehen, nicht realisiert, dass „Stern TV“ von Jauch produziert wurde und wird und exakt seinem Gusto und seinen Vorstellungen entsprach?

Und alle, die jetzt breit grinsend ausbreiten, wie der Programmbeirat Günther Jauchs journalistische Qualitäten einschätzt – Jauch „schürt mit seinen Suggestivfragen teilweise Politikverdrossenheit und kommt damit der Verpflichtung zur journalistischen Sorgfalt nicht nach“ -, sollten doch noch einmal nachblättern, was sie damals in vorauseilendem Jubel über Jauchs Engagement als Gastgeber einer ARD-Polit(!!!)-Talkshow geschrieben haben. Der eine oder andere Leser erinnert sich sicher noch, dass da in überregionalen Blättern von Jauch als „exzellentem“ beziehungsweise „erfahrenem“ Journalisten fabuliert wurde.

Auch das verstößt gegen die journalistische Sorgfaltspflicht: Wenn man dem Volke wahrheitswidrig nach dem Munde zu reden versucht. Und zum Beispiel verabsäumt, einmal die Jauch und seiner Produktionsfirma I & U von der ARD eingeräumten, unfassbar vorteilhaften Vertragsbedingungen unter die Lupe zu nehmen, während doch ansonsten jede über Gebühr angeschaffte Briefmarke gleich bitterste Anklagen zur Folge hat.

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