Qualitätszeitungsjournalismus in seiner schönsten Form

Nicht schön von der Kombizeitung „Frankfurter Rundschau“/“Berliner Zeitung“, der Netzgemeinde die jüngsten Gedankenblitze des Qualitätszeitungsjournalisten Jan Freitag vorzuenthalten, wie sie am Freitag, 20.7., zumindest in der Printausgabe der „Rundschau“ zu lesen waren. Schon der erste Satz – ein Hammer, eine Granate, ein echter Freitag: „Doppelnamen treiben oft seltsame Blüten.“ Großartig.

Über kurz oder lang, nein, recht eigentlich doch über lang lief die Ouvertüre auf ein Porträt des Moderators Klaas Heufer-Umlauf hinaus. Bestechend wiederum ist Freitags Erfolgsanalyse. Demnach hat Heufer-Umlauf „vor allem Erfolg, weil Moderation im Team boomt – Gottschalk & Hunziker, Schmidt & Andrack und die Siez-freunde [sic!] Netzer & Delling haben es in den vergangenen Jahren vorgemacht.“ In Sachen Boom nicht zu vergessen: Maria & Margot Hellwig, Marianne & Michael, Frank Elstner & Ranga Yogeshwar. Wenn schon hinkende, fast schon einbeinige Vergleiche, dann doch bitte richtig.

Fachwissen verlangt ja heute keiner mehr. Dennoch, man hätte sich zu der neuen ProSieben-Show natürlich auch mal mit der Vorbildfunktion des britischen Moderatorenteams Ant & Dec befassen und vergleichsweise die von den Comedy-Genies Ricky Gervais und Stephen Merchant („The Office“ alias „Stromberg“; „Extras“) mit Karl Pilkington als Protagonisten realisierte Show „An Idiot Abroad“ in Augenschein nehmen können. Eine der von Gervais und Merchant dem Akteur Pilkington zugemessene Aufgabe bestand darin, einen professionellen Wrestling-Kampf zu absolvieren. Was musste Joko in „Joko gegen Klaas“ verrichten? Sich von einer mexikanischen Ringerin auf die Matte werfen lassen. Was für ein Zufall.

Am Freitag wusste Freitag noch zu berichten, dass Klaas Heufer-Umlauf beinahe, unter Umständen, so Gott gewollte hätte und wenn alles ganz anders gekommen wäre, gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Joko Winterscheidt eventuell die Moderation von „Wetten, dass …?“ übernommen hätte. „…das mit dem Samstagabend hätte klappen können“, fabuliert Jan Freitag zum Thema. Stattdessen bekamen Joko & Klaas die Sendereihe „Joko gegen Klaas – Duell um die Welt“. Eine Samstagabend-Show, Beginn 20.15 Uhr, Sendezeit zirka dreieinhalb Stunden. Scheint also doch irgendwie geklappt zu haben mit dem Samstagabend.

Jan Freitag hat es dann doch noch rechtzeitig gemerkt und für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ eine Rezension verfasst. Und der garstige Klaas Heufer-Umlauf brachte es scheint’s fertig, Freitags Zuneigung von Freitag auf Samstag leichtsinnig zu verspielen. In der „Rundschau“ hieß es noch: „Der ganze Typ: unwiderstehlich!“ Im „Kölner-Stadtanzeiger“ dann wird Heufer-Umlauf zu einer von zwei „wohlfrisierten Vorzeigegören des Kommerzfernsehens“. Man kann es diesen Feuilletonfürsten aber auch einfach nicht recht machen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s