Im herkömmlichen Sinne kein Journalismus?

Im Juli verbreitete die Nachrichtenagentur dpa einen Beitrag, der sehr häufig, unter anderem hier, übernommen wurde. Darin enthalten waren die folgenden Sätze (von einzelnen Medien teils bearbeitet, daher nicht immer wortgleich):

„Den wichtigsten Fernsehpreis der Welt, den Emmy, könnte dieses Jahr erstmals eine für das Internet hergestellte Serie gewinnen.“

„«House of Cards» mit Kevin Spacey ist im herkömmlichen Sinne kein Fernsehen.“

„Die erfolgreiche Serie wurde exklusiv für Netflix produziert.“

Alle drei Sätze haben eines gemeinsam: Ihre Aussagen sind falsch. Wie es sich tatsächlich verhält, entnehmen Sie bitte der morgigen Ausgabe der „Funkkorrespondenz“. Man kann ja nicht alles verschenken.

P. S. Die Korrektur aber gibt es ebenso wie die zugehörige Entschuldigung natürlich umsonst. Durch eine ungeschickte Formulierung meinerseits (38 Grad im Schatten!) und eine seitens der Redaktion unabgesprochen vorgenommene Ergänzung ist zumindest Verwirrung entstanden. In der Druckversion heißt es: „Die Rechte an ‚House of Cards‘ (US-Produktion) wurden von der unabhängigen Produktionsfirma Media Rights Capital (MRC) erworben (…).“ Der Hinweis „US-Produktion“ ist natürlich, wie sich hoffentlich aus dem Zusammenhang ergibt, falsch: MRC erwarb die Rechte am britischen Original von 1990, um die US-Produktion eben gerade erst zu ermöglichen. Vergleiche „Funkkorrespondenz“ H. 31, 2.8.2013, S. 14.

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