Rain Or Shine – Wacken-Tagebuch Teil 3

 

Heute war Altherrenabend mit vorgezogenem – meint: nachmittäglichem – Beginn. Foreigner, Whitesnake, Iron Maiden – „sogar ich würde eigens herkommen, um das zu sehen“, sagte Biff Byford von Saxon, die nachmittags das Programm der verdienten Veteranen eröffneten. Saxon als Wacken-Stammgäste hatten leichtes Spiel. „747“ wurde gewünscht und gespielt, „Wheels of Steel“ jubelnd begrüßt, „Heavy Metal Thunder“ dem verstorbenen Lemmy Kilmister gewidmet, der laut Byford „eigentlich heute hätte hier sein sollen.“ Wohl wahr.

Über die Musik von Foreigner kann man streiten, aber die einstigen Hitlieferanten wurden mehr als wohlwollend aufgenommen. In der jetzigen Besetzung ist noch Mick Jones aus der Urbesetzung dabei, aber Sänger Kelly Hansen trifft exakt das Timbre seines Vorgängers Lou Gramm. Und er liefert eine wirklich gute Show, hüpft über die Bassboxen, klettert von der Bühne und klatscht die erste Reihe ab und sprintet von der Black Stage rüber zur True Metal Stage, wo er nun wirklich nichts zu suchen hat. Aber Respekt vor der sportlichen Leistung.

Und dann Whitesnake. Für viele überraschend, die Band um Sänger David Coverdale an so prominenter Stelle im Programm zu finden. Aber die Veranstalter wussten, was sie taten. Whitesnake rockte amtlich ab, präsentierte viele alte Titel deutlich härter als in der Albumversion. Allerdings hört sich Coverdale heute auch anders an als in den 80ern, als der Formation mehrere internationale Hits gelangen. Ihr Berichterstatter hat Whitesnake zum ersten Mal seinerzeit – damals mit Bernie Marsden und Micky Moody an den Gitarren und dem großen Jon Lord an den Keyboards – im Vorprogramm von AC/DC gesehen. Und drolligerweise klingt Coverdale heute beinahe wie der in den Vorruhestand geschickte Brian Johnson. Also Axl Rose raus, Coverdale rein – das könnte funktionieren.

Whitesnake begannen bei strahlendem Sonnenschein. Dann flog ein Flugzeug über das Festivalgelände, und plötzlich schüttete es wie aus Regentonnen. Bitte schön, liebe Verschwörungstheoretiker, macht was draus. Schweren Herzens zog sich der Chronist in den Pressebereich zurück. Die Übertragung läuft nebenan auf der Großbildwand und das klingt nach Maiden in Bestform., hier entsteht der aktuelle Report. Aber ganz klar: Rock ’n‘ Roll ist das nicht. Also rasch getippt, dann wieder rüber – rain or shine.

Übrigens: Wenn man die Fotos anklickt, werden sie größer.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Rain Or Shine – Wacken-Tagebuch Teil 3

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s