Der kleine Horrorladen

Der allgemeinen Auffassung nach hängt das Fernsehen am Rockzipfel des Kinos und darf sich glücklich schätzen, wenn Filmschaffende sich zu ihm herablassen. Die historischen Tatsachen sehen ein wenig anders aus. Seit je engagieren Filmproduzenten Schauspieler, die beim Fernsehen Popularität erlangt haben. Und auch auf Stoffe des Fernsehens griffen Kinomacher oft zurück.

In Großbritannien zum Beispiel. Die britischen Hammer Studios, an deren Ausstoß die französische Dokumentation „Dark Glamour“ erinnert, hatten den ersten Bankrott schon hinter sich, als sie nach dem Zweiten Weltkrieg einen neuen Anlauf nahmen. Mehr dazu am 6.8.2017 um 21:55 Uhr bei Arte und unter http://www.fr.de/kultur/netz-tv-kritik-medien/tv-kritik/dark-glamour-arte-der-kleine-horrorladen-a-1327172

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Tanzstunden auf heiligem Boden

Die Briten stehen noch Schlange. Zum Beispiel beim Einlass vor dem Fernsehstudio im Norden Londons, in dem Anfang September 2015 die Auftaktsendung zur jüngsten Staffel von „Strictly Come Dancing“, in Deutschland bekannt als „Dancing With The Stars“, aufgezeichnet wurde. Die Reihe der diszipliniert Wartenden reichte halb um den gesamten Komplex. Für eine Besucherin war es zeitlich knapp geworden, sie tauschte in ihrem abseits geparkten, geräumigen SUV mit bewundernswerter Geschmeidigkeit das Business-Kostüm gegen elegante Abendgarderobe und legte etwas auffälligeres Makeup auf. Das habe ich selbstredend nicht fotografiert. Man ist ja Gentleman. Im selben Studio wurden übrigens auch schon „Star Wars“ und, in der hinteren Backsteinhalle, Guy Ritchies „Sherlock Holmes“-Filme sowie zahlreiche britische Serienklassiker wie „Mit Schirm, Charme und Melone“ gedreht. Heiliger Boden, sozusagen.

Copyright: Harald Keller (Fotoqualität reduziert)

Copyright: Harald Keller (Fotoqualität reduziert)