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Keine Spur von Routine beim Gastspiel von Sister Sledge am 8. Mai 2016 beim Stadtfest in Münster. Die Damen geben sich auf der Bühne so übermütig und putzmunter, als wären sie auf ihrer ersten Tour überhaupt, albern herum, bitten Zuschauer aufs Podium, klatschen die ersten Reihen ab und mischen die bekannten Hits mit Gospel – so haben sie mal angefangen – und einem selbstkomponierten Rocksong. Sister Sledge gehören zur Disco-Ära, sind aber keiner dieser Playback-Hupfdohlen-Acts, wie die Älteren unter uns sie aus dem zur Dorfdisko verkommenen späten „Musikladen“ kennen, bei denen im besseren Fall ausgebildete Tänzerinnen die Lippen zu Gesangsparts bewegten, die in München oder anderswo am Fließband produziert wurden.

Sister Sledge hingegen sind eine Band, in der die Sängerinnen untereinander und mit ihren Musikern kommunizieren. Überraschende Einlage: Debbie Sledge, die vergangene Woche xnlnzig wurde, bekam von ihrem Sohn eine Geburtstagstorte überreicht, und ein paar hundert Westfalen sangen „Happy Birthday“. Zur Zugabe durften nochmals Fans auf die Bühne. Zwar wurde auch anderes vermeldet, aber zum Finale hieß es frei nach Nile Rodgers und Bernie Edwards (R.I.P.): „Freak Out!“

Fotos: Harald Keller.