Die nächsten Gastspiele der „HYDE PARK-Memories Multimedia-Revue“:

 

Rosenhof/Osnabrück

Termin: Samstag, 5. November 2011

Einlass: 20.00 Uhr, Beginn 21.00 Uhr

Ort: Rosenhof, Am Rosenplatz, Osnabrück

Info: http://www.rosenhof-os.de

Eintritt: VVK 6,- (zzgl. Gebühr)/Abendkasse 8,-

 

Casablanca/Bad Iburg

Termin: Samstag, 3. Dezember 2011

Beginn: 20.00 Uhr

Veranstalter: Casablanca

Eintritt: VVK 6,-/Abendkasse 8,-

Vorverkauf: im Casablanca

 

Schafstall/Bad Essen

Termin: Samstag, 10. Dezember 2011

Beginn: 20.00 Uhr

Veranstalter: Tourist Info Bad Essen, Kunst- und Museumskreis Bad Essen e.V. und Wiehen Buchhandlung

Eintritt: VVK 6,-/Abendkasse 8,-

Vorverkauf: Tourist Info Bad Essen und Wiehen Buchhandlung

Mit Überraschungsgast!

 

 


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Buch und Bühne

Die nächste Aufführung der „HYDE PARK-Memories Multimedia-Revue“ findet statt am 14. Oktober um 20.30 Uhr in der Kulturwerkstatt Melle-Buer. Herausgeber und Autoren des Buches „HYDE PARK-Memories – Ein Osnabrücker Musikclub und seine Geschichte(n)“ (Oktober Verlag) präsentieren rare Filmdokumente, Fotos und Anekdoten aus der 35-jährigen Geschichte des Osnabrücker Jugendtreffpunkts, wo Bands wie die Scorpions, BAP und Unheilig in den ersten Jahren ihrer Karrieren gastierten und auch der heutige Bundespräsident Christian Wulff gelegentlich einkehrte. Am Beispiel des „Hyde Parks“, für dessen Fortbestand die Osnabrücker Jugend 1983 tagelang demonstrierte, zeigt sich nebenbei der Wandel des Konzertbetriebs und wie sich die Arbeit und die Ansprüche der DJs verändert haben. Auch dies wird im Buch, zu dem unter anderem Campino, Eric Fish, Henry Rollins, Martin Sonneborn, Dietmar Wischmeyer und Jenni Zylka Beiträge geliefert haben, thematisiert. Im Anschluss an die Multimedia-Revue bitten in Melle die „Electric Musicland„-DJs Gisbert Wegener und Harald Keller zur Party mit tanzbarer Musik aus den alternativen Clubs der 60er, 70er und frühen 80er. Weitere Veranstaltungen sind in der Planung.

Und führe uns nicht in Verwirrung …

Bei uns im Niedriglohnsektor reicht die Zeit ja nur noch für stichprobenartige Lektüre. Umso mehr fällt auf, dass große Verwirrung zu herrschen scheint in Deutschlands Redaktionsstuben. Staunen macht zum Beispiel „SpiegelOnline“, wenn dort Jan Feddersen in der ihn kennzeichnenden, gewohnt eigenwilligen Art ausführt:

„… geschlechterdemokratische Fragen werden inzwischen bis in die Niederungen der Big-Brother-Container offen und beherzt verhandelt. Sie werden nicht mehr diffamiert als schlechter Herrenwitz wie in den Siebzigern, als die Journalistin Alice Schwarzer Aversionen von Männern (und Frauen) ausgesetzt war.“

Geschlechterdemokratische Fragen wurden in den Siebzigern als schlechte(r) Herrenwitz(e) diffamiert? Von wem, um Himmels willen? Das wäre ja ein hinreißend satirischer Ansatz gewesen. Es war so ein verdammt wildes Jahrzehnt – auch das ist unsereinem völlig entfallen. Nicht hingegen, dass das Geschlechterthema schon in der ersten niederländischen ebenso wie in der ersten deutschen „Big Brother“-Staffel in vielerlei Varianten angesprochen wurde. Container indes gibt es in der Serie schon lange nicht mehr.

Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ richtet derweil über den ProSieben-Film „Treasure Guards – Das Vermächtnis des Salomo“ und prangert an, dass die Hauptfigur Victoria (Anna Friel, wir Gesamtfernseher kennen sie aus der bezaubernden Serie „Pushing Daisies) „auch bei sengender Hitze knappste Hotpants anhat – und das in arabischen Ländern! Ihr zur Seite gesellt sich der höchst attraktive Angelo (Raoul Bova), der eigentlich Priester im Vatikan ist (…)“ Skandal! Selbst bei sengender Hitze trägt diese Frau Hot Pants. Wobei es sich, natürlich hat der Chronist den Film gesehen, in Wahrheit um tropengerechte Khakishorts handelte. Und Freund Angelo war auch kein Priester; er hatte dieser Karriere vielmehr, was lang und breit thematisiert wurde, auf Anraten seines geistlichen Beraters entsagt. – Aber bitte – wie kleinkariert und philiströs verhält sich doch jener Leser, der von seiner Zeitung in solchen Dingen Faktentreue erwartet.

Die „Frankfurter Rundschau“, deren Web-Seite momentan wie so häufig nicht aufgerufen und somit nicht verlinkt werden kann, hat im deutschen Osten seltsame Beobachtungen gemacht: „Der Weg nach Breitenstein. Kopfsteinpflaster, die schweren Trecker. Frau Grygula wollte sie verbreitern lassen. Auch damit Radfahrer sie nutzen können. Oder ihre 88-jährige Mutter, die manchmal Enkelkind Nummer acht im Kinderwagen durchs Dorf schiebt.“ (Printausgabe vom 30.9.2011, S. 6)  Trecker verbreitern, damit Radfahrer und Großmütter sie nutzen können – formvollendeter Surrealismus oder drogeninduzierte Halluzination?

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, es hapere allenthalben beim Geradeausdenken. In derselben Ausgabe der „Frankfurter Rundschau“ nämlich liest man auf Seite 16: „Wirklich wahr waren diese Werbeversprechen nicht.“ Schöne Alliteration, aber warum diese (leider häufig gewordene) gewundene Unverbindlichkeit? Gibt es denn wirklich und unwirklich wahre Werbeversprechen? Ja, gut, darüber kann man philosophieren. Nicht aber in einer Zeitung, die kaum noch Raum lässt für hintergründige Betrachtungen und sprachliche Finessen. Vielmehr geböte der Dienst am Leser eine klare Mitteilung: Die Werbeaussage war falsch. Punktum.