Netflix – Für weniger Geld mehr gucken?

Unter Kommentatoren, die sich im Internet über das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem ereifern und vor allem gegen das deutsche Gebühren- bzw. Beitragsmodell wettern, gilt der US-amerikanische Videostreaming-Dienst Netflix als Heilsbringer, dessen Markteintritt in Deutschland sehnlichst erwartet wird. Manche versteigen sich sogar zu der Forderung, das Modell des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch das Netflix-Prinzip zu ersetzen. Das Trachten vieler Teilnehmer dieser Debatte richtet sich zugleich auf Serien-Erzählungen jener Art, die in den vergangenen drei Jahren viel Raum in hiesigen Feuilletons fand und natürlich auch von der Internet-Gemeinde begeistert aufgenommen und begleitet wurde – „Breaking Bad“, „The Wire“, „Game of Thrones“ etc.

Nun verbinden sich aber mit Netflix offenbar falsche Vorstellungen. Zwar beauftragt Netflix inzwischen selbst Produktionsfirmen mit der Herstellung exklusiver Serien und hat derzeit acht dieser Titel im Portfolio, doch ist das kommerzielle Unternehmen noch weit davon entfernt, ein vollwertiges, mit einem TV-Sender vergleichbares Programm bieten zu können …

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Vom Sexualleben der Belgier

Ein ungewohnter Schauplatz im deutschen TV-Krimiangebot und heikle Themen, umgesetzt in einer Serienerzählung mit internationalem Niveau: Bei ZDFneo startet „Code 37“.

Eifrige Krimigucker könnten die Begegnung als Déjà-Vu empfinden. Der wiegende Gang, das Holster für die Dienstwaffe in Westernmanier seitlich geschnallt, Handschellen als weiteres Gürtelaccessoire. Und der Kameramann wählt gern die Amerikanische Einstellung, um das hauteng eingehüllte Gesäß der jungen Frau ins Visier zu nehmen.

In dieser Art, die man auf männliche Kriminalbeamte eher selten anwendet, wurde in der deutschen Reihe „Tatort“ die Frankfurter Ermittlerin Conny Mey (Nina Kunzendorf) in Szene gesetzt. Die begann ihren Dienst im Mai 2011 – zwei Jahre nach dem Start der belgischen Serie „Code 37“, deren Hauptfigur Hannah Maes (Veerle Baetens) mit ihrem herausfordernden Wesen fast wie ein Vorbild wirkt für die deutsche Kollegin.

Die Verwandtschaft der Kriminalistinnen beschränkt sich nicht auf das Erscheinungsbild. Bei beiden paaren sich Charme und Durchsetzungskraft, Empathie und Eigensinn. Wes Geistes Kind sie ist, zeigt sich schon beim ersten Auftritt von Hannah Maes. Selbstbewusst dringt sie an einen Tatort vor, übernimmt quasi im Vorbeigehen ihr neues Ermittlerteam und schickt ihren Kollegen von der Mordkommission nach Hause, denn bei dem Verbrechen handelt es sich um einen „Code 37“, ein Sittendelikt.

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Das schwächere Hausarztmodell

Dr. med. Adam Schmidt (Lukas Gregorowicz) ist angestellter Arzt in der Kiezpraxis von Frau Dr. med. Eva Schmidt (Julia Hartmann); die beiden sind weder verwandt noch liiert. Aber das kann ja noch werden. Nicht zuletzt deshalb spielt Adam Schmidt seinem Nebenbuhler Imre Bohm (Florian Jahr) gern mal einen bösen Streich. Die Animosität hat allerdings noch einen anderen, schwerer wiegenden Grund: Adam Schmidt verlor seine Stellung in einer Klinik, weil ihm ein Behandlungsfehler zur Last gelegt wurde, den tatsächlich Imre Bohm zu verantworten hatte. Nur steht der nicht zu seinem Tun, sondern spottet sogar noch über den geschassten Kollegen.

Die Hausärztin Eva Schmidt kennt diesen Sachverhalt nicht, hält ihren Namensvetter aber trotz besagter Vorgeschichte für einen guten Arzt und bietet ihm daher Beschäftigung. Ihm blieb wenig anderes, als die Offerte zu akzeptieren. Leicht macht er es seiner Arbeitgeberin freilich nicht. Die findet ihren Kollegen schon mal nach durchzechter Nacht mit der Kanüle im Arm im vermüllten Behandlungszimmer. Der tätowierte, rauchende und eher arbeitsscheue T-Shirt-Mediziner weigert sich, einen weißen Kittel zu tragen; vor allem mangelt es ihm am nötigen Feingefühl. Eines aber beherrscht er gut: Die noch zarte Beziehung zwischen Eva Schmidt und Imre Bohm zu sabotieren.

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