Aus drei mach eins

Foto: BBC Worldwide.

So kann man sich irren – die F.A.Z.“ schreibt zum ZDF-Serieneinkauf „New Blood“: „Unterschiedlich lang sind die Folgen – der Auftaktfilm gönnt sich zwei Stunden –, das ist bei Serien eher unüblich und spricht für den Primat des Erzählerischen.“ In Wahrheit galt beim ZDF das Primat des Programmschemas. Für den deutschen „Auftaktfilm“ wurden die 165 Minuten dreier Episoden auf 120 Minuten gekürzt.

Mehr zu „New Blood“, was die BBC zu der Bearbeitung sagt und die korrekte Angabe der in der Serie ausgeübten Sportart unter https://www.noz.de/deutschland-welt/medien/artikel/934916/zdf-zeigt-drei-folgen-der-krimiserie-new-blood

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Wenn wir es ganz genau nehmen wollen …

Nutzloses Fachwissen für die Erbsenzähler unter uns: Eigentlich ist, obgleich ich es ihr gegönnt hätte, Jodie Whittaker gar nicht der erste weibliche „Doctor Who“. Schon 1999 spielte Joanna Lumley („Absolutely Fabulous“) den „Doctor“ in der Parodie „Comic Relief: Doctor Who – The Curse of Fatal Death“. Autor war Steven Moffat, der 2009 zum Showrunner von „Doctor Who“ berufen wurde.

Der kleine Horrorladen

Der allgemeinen Auffassung nach hängt das Fernsehen am Rockzipfel des Kinos und darf sich glücklich schätzen, wenn Filmschaffende sich zu ihm herablassen. Die historischen Tatsachen sehen ein wenig anders aus. Seit je engagieren Filmproduzenten Schauspieler, die beim Fernsehen Popularität erlangt haben. Und auch auf Stoffe des Fernsehens griffen Kinomacher oft zurück.

In Großbritannien zum Beispiel. Die britischen Hammer Studios, an deren Ausstoß die französische Dokumentation „Dark Glamour“ erinnert, hatten den ersten Bankrott schon hinter sich, als sie nach dem Zweiten Weltkrieg einen neuen Anlauf nahmen. Mehr dazu am 6.8.2017 um 21:55 Uhr bei Arte und unter http://www.fr.de/kultur/netz-tv-kritik-medien/tv-kritik/dark-glamour-arte-der-kleine-horrorladen-a-1327172

Emil Nolde – Leben, Werk und seine braune Periode

An Wacken vorbei, noch ein gutes Stück geradeaus, dann gelangt man nach Seebüll nahe der dänischen Grenze. Nolde-Land sagen einige, denn dieser oft wolkenverhangene Landstrich stand im Zentrum von Emil Noldes Schaffen. Am 7. August wäre der friesische Expressionist 150 Jahre alt geworden. Aus diesem Grund würdigen 3sat und NDR den Künstler mit einem kritischen Porträt, das dessen Leistungen nicht schmälert, aber auch seine Anbiederung an den Nationalsozialismus nicht ausspart.

Randnotiz: Leider waren die beteiligten Sender nicht in der Lage, passende Fotos zu der Dokumentation bereitzustellen. Daher musste sich die FR-Redaktion mit Motiven eines älteren Films vom selben Autor behelfen.

Mehr dazu unter http://www.fr.de/kultur/netz-tv-kritik-medien/tv-kritik/emil-nolde-maler-und-mythos-3sat-ndr-ihm-genuegten-himmel-und-erde-a-1326775

Die alte Mär von der sommerlichen Programmflaute

(c) Harald Keller

Müssen sich deutsche Fernsehteilnehmer im Sommer ihr Programm selber zusammenfilmen?

Bezieher einer guten Fernsehzeitschrift dürften überrascht sein über folgende Mitteilung des Berliner „Tagesspiegels“: „… die klassischen Fernsehprogramme zeigen in der warmen Jahreszeit traditionell eher Wiederholungen. Denn die Sender, die zu einem festgelegten Termin ausstrahlen, vermeiden den Start einer neuen Serie oder die Erstausstrahlung eines erfolgreichen Films in den Ferienmonaten.“

Beschränken wir uns auf das Thema Serie. Wenn wir mal durch die Programme der Monate Juli und August blättern, finden wir unter anderem:

From Dusk Till Dawn – Die Serie“, RTL Nitro, neue Serie

Z Nation“, RTL II, neue Folgen

Rosewood“, Kabel 1, neue Serie

New Blood“ – Tod in London“, ZDF, neue Serie

No Offence“, ZDFneo, neue Folgen

Vera – Ein ganz spezieller Fall“, ZDFneo, neue Folgen

Doctor Who“, One, neue Folgen

Family Guy“, ProSieben, neue Folgen

The Flash“, ProSieben, neue Folgen

Gotham“, ProSieben, neue Folgen

Legends of Tomorrow“, ProSieben, neue Folgen

Supergirl“, ProSieben, neue Folgen

In the Club“, One, neue Folgen

New Tricks“, Servus TV/ZDFneo, neue Serie (zumindest für Deutschland)

Candice Renoir“, ZDFneo, neue Folgen

Monday Mornings“, Super RTL, neue Serie

Vikings“, ProSieben Maxx, neue Folgen

Pure Genius“, ProSieben, neue Serie

This is Us – Das ist Leben“, ProSieben, neue Serie

Code Black“, ProSieben, neue Serie

Empire“, Pro Sieben, neue Folgen

How to Get Away with Murder“, Vox, neue Folgen

Dark Matter“, Tele 5, neue Serie

Profiling Paris“, Sat.1, neue Folgen

Die Toten von Turin“, Arte, neue Folgen

Orange is the New Black“, ZDFneo, neue Folgen

The Originals“, Sixx, neue Folgen

Scream Queens“, Sixx, neue Serie

Father Brown“, ZDFneo, neue Folgen

The Fosters“, Disney Channel, neue Folgen

Chicago Med“, Vox, neue Serie

Chicago Fire“, Vox, neue Folgen

Chicago P.D.“, Vox, neue Folgen

Aus dieser unvollständigen Liste ergibt sich von selbst, dass eine weitere im besagten Artikel erhobene These nicht so ganz stimmen kann. Dort heißt es: „Die Streamingdienste wagen sich an komplexe und kontroverse Themen, während bei den deutschen Sendern im Sommer die leichte Kost geboten wird.“

Um hier nicht allzu viele Informationen zu verschenken, nur ein paar Hinweise: In „The Fosters“ wird unter anderem deutlich Kritik am US-amerikanischen Adoptionssystem geübt. Auch geht es um sexuelle Selbstfindung unter Jugendlichen einschließlich des Entschlusses, als Transgender zu leben. „Monday Mornings“ macht unter anderem Ärztepfusch zum Thema, „New Blood“ verbrecherische Menschenversuche europäischer Pharmakonzerne. Empfohlen sei noch die BBC-Serie „In the Club“ über eine Gruppe schwangerer Frauen und ihre Angehörigen. Einige leben in prekären Verhältnissen, ein lesbisches Paar muss Vorurteile und die Abwendung des aus einer früheren Ehe stammenden Sohnes bewältigen. Selbst die zunächst locker-leicht wirkende Krimiserie „Rosewood“ traut sich mitunter an existentielle Fragen. Zum Thema „Dark Matter“ siehe hier url9.de/Yt1.

Mit anderen Worten: Man kommt auch ohne Streaming-Dienste und Heimvideos ganz gut über den Sommer.

Als Außenseiter in der Galaxis

In der kanadischen Science-Fiction-Serie „Dark Matter“ gibt es zünftige Weltraumabenteuer in technisch überzeugender Machart. Daneben verhandeln die Autoren immer wieder Themen wie Identität, Verantwortung, Loyalität. Und wer bis zur zweiten Staffel schaut, erhält Antwort auf die Frage, wovon Androiden träumen. Kleine Spielverderberei: elektrische Schafe sind es nicht. Mehr zur Serie unter

https://www.noz.de/deutschland-welt/medien/artikel/931489/dark-matter-erzaehlt-geistreiche-weltraum-abenteuer

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