Wo Waliser morden

Copyright: Harald Keller.

Die Bucht von Aberystwyth wirkt beinahe mediterran, aber es kann hier sehr stürmisch werden. In der Krimiserie „Y Gwyll“ gehören Gummistiefel zur Grundausrüstung der Ermittler. Copyright: Harald Keller.

Das Erste zeigt ab heute (21:45 Uhr) die zweite Staffel der walisischen Kriminalserie „Inspector Mathias – Mord in Wales“, deren Originaltitel „Y Gwyll“ lautet und die im englischen Sprachraum mit dem deutschen Lehnwort „Hinterland“ überschrieben wurde. Eindrücke aus diesem Hinterland und weitere Informationen zur Serie unter http://www.noz.de/deutschland-welt/medien/artikel/751686/wortkarge-ermittler-im-winterlichen-wales-1#gallery&0&0&751686

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Plakat zum Start der zweiten Staffel von „Y Gwyll“ im Schaufenster der Touristeninformation in Aberystwyth. Copyright: Harald Keller.

Unselige Fügung

Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse hat die schon zu Wochenbeginn formulierte Überschrift eine degoutante Anmutung bekommen, zumal sie seitens der Redaktion gekürzt wurde. In voller Länge lautet sie, frei nach Hunter S. Thompson: Angst und Schrecken im amerikanischen Mittelstand. Eben darum geht es in der US-Serie „Satisfaction“, deren Start im Regionalprogramm des WDR für heute angekündigt ist.

Mehr dazu unter http://www.fr-online.de/tv-kritik/-satisfaction—wdr-angst-und-schrecken,1473344,34534518,view,asFirstTeaser.html

Fliegen die Gebrüder Wright aus den Geschichtsbüchern?

Auf die Frage, wer den ersten motorisierten Flug der Menschheitsgeschichte absolvierte, käme man mit der Antwort „die Gebrüder Wright“ bei „Wer wird Millionär?“ wohl eine Runde weiter. Was daran nicht stimmt – selbstredend auch für mich ein Lerneffekt -, steht hier: http://www.noz.de/…/fliegen-die-wrights-aus-den-geschichtsb…
Einmal mehr zeigt sich, dass man sich nicht blindlings auf das sogenannte Allgemeinwissen verlassen sollte. Schon gar nicht im wissenschaftlichen und journalistischen Bereich. Lieber checken als nachplappern.

Kraftausdrücke vom Ehren-Doktor

No Offence

Foto: ZDF und Fremantle Media.

Mit „No Offence“ kommt eine neue britische Krimiserie auf die deutschen Bildschirme. Keine Dutzendware, sondern provokant, zeitkritisch, packend bis zum Nägelkauen. Mit Dialogen zum Nachbeten. Leider sind sie nicht jugendfrei.

Was für ein Entree: Dinah Kowalska (Elaine Cassidy) hatte keinen Spaß an ihrem Rendezvous. Sie fühlt sich von ihrem Begleiter Bob düpiert. Dinah ist nicht die Frau, die dergleichen klaglos hinnimmt. Erst fliegt schwungvoll Bobs Gehhilfe aus dem gemeinsamen Taxi, dann der gescheiterte Galan. Zum Abschied gibt es eine geharnischte Verwünschung. Weiter geht die Fahrt, da entdeckt Kowalska draußen einen gesuchten Verdächtigen. Schon zückt sie die Polizeimarke, streift die Pumps von den Füßen und hetzt im Ledermini durch Manchesters Innenstadt, hüpft behend über umgestürzte Mülltonnen, wedelt mit den Handschellen. Der Gejagte glaubt sich im Vorteil, grinst frech – und wird von einem Bus überrollt.

Der Vorfall kostet Kowalska die Beförderung. (…)

Wie es weitergeht und wer diese umwerfende, heute bei ZDFneo startende Serie geschrieben hat, steht hier:

http://www.fr-online.de/tv-kritik/-no-offence—kraftausdruecke-vom-ehren-doktor,1473344,34499536,view,asFirstTeaser.html

Erinnerungslücken

Günther Jauch wird 60 und alle sind des Lobes voll. Der Berliner „Tagesspiegel“ fabuliert explizit von der „Skandalfreiheit des verheirateten Familienvaters mit vier Kindern“. Wer da aber zumindest in Altersfragen dem Jubilar nahekommt, erinnert anderes. Es ward auch schon aufgeschrieben, vor Jahren, hier zum Beispiel: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-teflon-mann
Wundern darf man sich zudem, dass weit und breit Jauchs Sicht auf die öffentlich-rechtlichen Gremien, die er bekanntlich als „Gremlins“ anrüffelte, kongruent übernommen wird. Dabei haben die Gremien seinerzeit beim Kasus Jauch, anders als später beim Gottschalk-Engagement, ja mal funktioniert. Wenn auch nicht mit Langzeitwirkung.

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Keine Spur von Routine beim Gastspiel von Sister Sledge am 8. Mai 2016 beim Stadtfest in Münster. Die Damen geben sich auf der Bühne so übermütig und putzmunter, als wären sie auf ihrer ersten Tour überhaupt, albern herum, bitten Zuschauer aufs Podium, klatschen die ersten Reihen ab und mischen die bekannten Hits mit Gospel – so haben sie mal angefangen – und einem selbstkomponierten Rocksong. Sister Sledge gehören zur Disco-Ära, sind aber keiner dieser Playback-Hupfdohlen-Acts, wie die Älteren unter uns sie aus dem zur Dorfdisko verkommenen späten „Musikladen“ kennen, bei denen im besseren Fall ausgebildete Tänzerinnen die Lippen zu Gesangsparts bewegten, die in München oder anderswo am Fließband produziert wurden.

Sister Sledge hingegen sind eine Band, in der die Sängerinnen untereinander und mit ihren Musikern kommunizieren. Überraschende Einlage: Debbie Sledge, die vergangene Woche xnlnzig wurde, bekam von ihrem Sohn eine Geburtstagstorte überreicht, und ein paar hundert Westfalen sangen „Happy Birthday“. Zur Zugabe durften nochmals Fans auf die Bühne. Zwar wurde auch anderes vermeldet, aber zum Finale hieß es frei nach Nile Rodgers und Bernie Edwards (R.I.P.): „Freak Out!“

Fotos: Harald Keller.