Party mit Rock-Appeal

Copyright: Harald Keller

Im Januar dieses Jahres feierte der berühmte Rockclub „Whisky A Go Go“ in Los Angeles sein 50. Bestehen. Aus diesem Anlass erinnern die DJs der „My Generation“-Party in der Osnabrücker Lagerhalle am 30.4. mit einigen Titeln an die vielen Musiker und Bands, die diesen Club als Sprungbrett für ihre Karriere nutzten: Black Sabbath, The Doors, The Stooges, Led Zeppelin, Jimi Hendrix, Johnny Rivers, Janis Joplin, Frank Zappa, Van Halen und viele andere mehr. Im Foyer werden einige künstlerisch gestaltete Plakate aus der frühen Ära des „Whisky A Go Go“ und der regen kalifornischen Westcoast-Szene gezeigt.
Darüber hinaus sind musikalische Klassiker im Programm: Rolling Stones, Beatles, David Bowie, Creedence Clearwater Revival, Uriah Heep, Stevie Wonder, Earth Wind and Fire und Temptations, ferner selten aufgelegte Songs von deutschen Krautrockern – auch Bands wie beispielsweise Birth Control, Kraan, Karthago und Randy Pie hatten Groove. Eines haben alle Songs gemeinsam: Sie überzeugen durch ihre hohe musikalische Ausdruckskraft und sorgen auch heute noch für Stimmung auf der Tanzfläche. Als Gäste erwartet werden wieder Musikfans aus Osnabrück und dem gesamten Nordwesten Niedersachsens sowie aus dem angrenzenden Nordrhein-Westfalen.
Die „My Generation“-Partys kennen keine Altersbeschränkungen. Auch junge Leute zählen zum Publikum, die die bahnbrechende Musik einer aufregenden Ära zu schätzen wissen, mit der die Grundlagen für heutige Stilarten der Pop- und Rockmusik gelegt wurden. Dies zeigt sich immer wieder in der Zusammenarbeit älterer mit jungen Musikern. Die Black Crowes musizieren mit Jimmy Page, der legendäre Funk-Gitarrist und Musikproduzent Nile Rodgers war prägend bei Aufnahmen von Daft Punk. Nur zwei Beispiele von vielen …
Stilecht präsentieren die Osnabrücker DJs die Hits aus den Rockclubs und Szeneläden von damals vorwiegend vom Plattenteller, begleitet von den live und mit analogem Equipment gemixten Lightshows von Reinhard Westendorf.

30. April 2014, 21.00 Uhr
Lagerhalle Osnabrück e. V.
Kultur und Kommunikation
Rolandsmauer 26
49074 Osnabrück

Abendkasse: 5,- € (inklusive Kultur-Euro)

Advertisements

Klimmzug zum Weltniveau

(Anmerkung: Dieser Text wurde ursprünglich für die Reihe „Wochenendkrimi“ der taz geschrieben, dort aber entstellt publiziert. Hier das Original:)

Da in letzter Zeit die Zahl der Experten für serielles Erzählen sprunghaft angestiegen ist, welche deutschen Fernsehschaffenden erklären, warum deren Serien nichts taugen, ist es schon allein aus marktstrategischen Gründen an der Zeit, antizyklisch zu argumentieren. Glücklicherweise wird das Vorhaben empirisch bestärkt: Die ZDF-Serie „Der Kriminalist“ erreicht zuweilen das Niveau britischer Spitzenproduktionen. Die Samstagsreihe „Kommissarin Lucas“ war immer schon gut, müsste allerdings häufiger ausgestrahlt werden, um als Fortsetzungsgeschichte zu funktionieren.
Das gilt auch für den Neuzugang „Kommissarin Heller“. 2014 werden nur zwei Filme mit Kommissarin Winnie Heller (Lisa Wagner) und ihrem Kollegen Hendrik Verhoeven (Hans-Jochen Wagner), die Romanen von Silvia Roth entstammen, gezeigt. Schade, weil man den Figuren gern auf den Fersen bleiben würde. Der erste Film führt sie zusammen. Heller hat sich zurück nach Wiesbaden versetzen lassen, um näher bei ihrer im Koma liegenden Schwester zu sein. Ein Handlungsmoment, das an die Anfänge von „Kommissarin Lucas“ erinnert. Die beiden Ermittler bekommen mit zwei Fällen zu tun. Ein Sonderling hat, was er gleich bekennt, seine Frau ertränkt. Kurz zuvor war ein kleines Mädchen unter den Augen der Mutter verschwunden.
Aus dieser Grundkonstellation entwickelt sich eine Handlung mit vielen feinen Beobachtungen und knappen, aber gewitzten Dialogen. Als Grundierung dient das Thema Eltern-Kind-Beziehung, breit aufgefächert, von Missbrauch bis Überbehütung.
Nicht zuletzt bezieht der Film seine Kraft aus der exzellenten Fotografie. Mit vollem Recht verzeichnet der Vorspann Hannes Hubach nicht als Kameramann, sondern als Bildgestalter. Murren freilich werden jene, die die Güte eines TV-Krimis danach bemessen, ob in den ersten Minuten ein Opfer verbrannt, gepfählt oder halbiert wird. Dergleichen gibt es diesmal nicht. Lobenswert.

„Kommissarin Heller: Tod am Weiher“, ZDF, 12.4.2014, Samstag, 20.15 Uhr

 

Nachträge (aus Platzmangel nicht in der Druckfassung erwähnt):

Anzukreiden ist den Filmschaffenden, dass auch sie wieder einmal die Schauspielerin Johanna Gastdorf in der Rolle einer Schmerzbeladenen besetzten. Wer wagt es und lässt die Aktrice mal etwas Anderes spielen?

Die beiden Anschlussfehler wurden natürlich nicht übersehen. Einmal blättert Winnie Heller in einer Art Tagebuch und trägt dabei Schutzhandschuhe, in der Nahaufnahme aber nicht. Und Anne Ratte-Polle in der Rolle der Yvonne Dahl zieht nach einem Perspektivwechsel die Wohnungstür ein zweites Mal schützend an sich heran, als ihre Mutter sie besucht.

Bei „Kommissarin Lucas“ war es der Ehemann, der im Koma lag.