Rettungsaktion

Unikeller bei Nacht.b

Es gibt derzeit viele Spendenaufrufe, das ist mir klar. Dieser liegt mir am Herzen, weil der Verlust des Osnabrücker „Unikellers“ eine große Lücke reißen würde in das Kulturleben unserer Stadt und darüber hinaus. Wer spendet, trägt nicht nur zur Rettung einer traditionsreichen Gaststätte mit einmaligem Ambiente bei, sondern auch zur Rettung einer unverzichtbaren Auftrittsmöglichkeit für Kulturschaffende aus den Bereichen Musik, Literatur, Bildende Kunst und mehr. Wenn ihr könnt, schickt den Link doch weiter an Personen, die vielleicht derzeit nicht in einer Notlage stecken und eventuell helfen mögen. https://www.gofundme.com/f/rettet-den-unikeller?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=p_cp+share-sheet&fbclid=IwAR2BXc4yftW5c5S1RSsd6-j6kG_mT2Z-efb6pD6WBWvux08mLIcwNXdepds

Einen Eindruck von der Lokalität vermittelt dieses kleine Filmchen, das eigentlich aus anderem Anlass angefertigt wurde: https://www.youtube.com/watch?v=Ji2Azha0oUk

Gute Umgangsformen

In der vergangenen Woche sprachen die Nominierungskommissionen des Grimme Preises ihre Urteile. Einen „Spezial Preis“ möge demnach die Produktionsfirma Komplizenfilm erhalten „für den Umgang mit der Musik in Skylines“. Gern wüsste man mehr darüber. Wurde die Musik während der Dreharbeiten von einem Musikpädagogen betreut? Gewiss hatte sie ihr eigenes Musikzimmer. Und bekam sie jedes Mal ein Leckerli, wenn sie die vom Musikdompteur ihr anerzogenen Kunststücke brav auf Kommando ausführte?

„Nicht abwarten … selber aktiv werden!“

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Foto: Harald Keller.Os

Interview mit Initiatorin Kerstin Broszat zur zweiten Osnabrücker Buchmesse „Osna-Buch“

Am 25. Januar 2020 steht das Osnabrücker Haus der Jugend zum zweiten Mal ganz im Zeichen der Lesekultur. Die erste Osnabrücker Buchmesse „Osna-Buch“ im Januar 2019 versammelte Leseratten und Bücherwürmer jeden Alters, Autoren, Buchhändler, Antiquare und Verleger. Der große Zuspruch seitens der Aussteller und des Publikums ermutigte das Organisationsteam um die Initiatorin Kerstin Broszat und das gastgebende Haus der Jugend, die Veranstaltung fortzuführen. Für die zweite Ausgabe wird der Rahmen sogar erweitert.

Sie haben die Buchmesse „Osna-Buch“ ins Leben gerufen. Wie kam es zu dieser Idee?

Broszat: Die Idee kam eigentlich im Rahmen einer größeren Runde von Osnabrücker Autorinnen und Autoren. Wir diskutierten, ob wir uns einen Gemeinschaftsstand auf der Leipziger Buchmesse leisten wollen, haben das aber wieder verworfen, weil es zu zeitaufwändig und zu teuer war. Ich habe mich in den Tagen danach im Internet nach alternativen Buchmessen umgeschaut und bin auf einige kleinere gestoßen, die allerdings ausschließlich südlich der Rhein-/Main-Linie stattfinden. Erstaunlich fand ich, dass einige ehrenamtlich oder von Gemeinden organisiert werden. Das gab den Ausschlag zu sagen: „Das können wir doch auch!“ Und nachdem sich dann aus dem AutorInnenkreis ein Organisations-Team herausgeschält hatte, ging es los.

Die erste Ausgabe der Messe fand im Januar 2019 im Haus der Jugend statt. Wie war die Resonanz?

Broszat: Dafür, dass es quasi ein „Kaltstart“ war mit viel Provisorium, war die Resonanz sehr gut. Vor allem die Stimmung konnte besser nicht sein.

Welche Erfahrungen haben Sie aus der Premiere für künftige Projekte mitgenommen?

Broszat: Zusammen mit dem Haus der Jugend in Osnabrück, das sich ja als Veranstalter zur Verfügung gestellt hat – ganz herzlichen Dank für die tolle Unterstützung!!! –, wollen wir nun jährlich im Januar die „Osna-Buch“ zu einer festen Veranstaltung machen. Die schönste Erfahrung ist, zu sehen, was man gemeinsam mit ein paar Leuten auf die Beine stellen kann. Nicht abwarten, bis andere etwas tun, sondern selber aktiv werden!

Als Verlegerin und Organisatorin kennen Sie Osnabrücks Literaturschaffende. Wie stellt sich diese Szene zu Beginn der neuen 20er-Jahre dar?

Broszat: Ich denke, sehr differenziert: Das Angebot reicht vom Sachbuch über illustrierte Kinderbücher bis zu humorvollen Romanen, Krimis, Fantasybüchern und mehr. Alle sind von ihrem Tun überzeugt und schreiben aus Leidenschaft. Alle hoffen auf ein wenig Erfolg und Anerkennung. Und wir sind in Osnabrück dabei, die Szene mehr in die Öffentlichkeit zu rücken, nach dem Motto: Es gibt nicht nur die Bücher der Bestsellerlisten!

Am 25. Januar 2020 geht die „Osna-Buch“ in die zweite Runde. Was dürfen die Besucher erwarten?

Broszat: Mit den einzelnen Angeboten ließe sich ein kleines Programmheft füllen. In kurzer Zusammenfassung: Bei freiem Eintritt gibt es Präsentations- und Verkaufsstände von AutorInnen, Verlagen, Buchhandlungen. Dazu ein umfassendes Rahmenprogramm mit Lesungen, Workshops zu Themen wie Hörspielproduktion, Schreibhemmung und Buchbinderei, Filmvorführungen und Mitmach-Angeboten für Kinder und Jugendliche. Die „Osna-Buch“ richtet sich an alle Generationen, Familien können am 25. Januar im Haus der Jugend einen abwechslungsreichen Tag verbringen. Das Programm mit allen einzelnen Punkten findet sich im Netz unter osnabruecker-buchmesse.de.

Termin:

2. Osnabrücker Buchmesse „Osna-Buch“ mit der Gaststadt Lingen

Termin: 25.1.2020, von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Ort: Haus der Jugend, Große Gildewart 6-9, 49074 Osnabrück, Telefon: 0541 323 4178

Informationen:

osnabruecker-buchmesse.de

hausderjugend-os.de

Menschenjagd an der Küste der Provence

Das Erste zeigt einen weiteren Krimi nach einer Vorlage der Bestsellerautorin Charlotte Link.

Nach „Im Tal des Fuchses“ präsentiert das Erste mit „Die Entscheidung“ binnen einer Woche eine weitere Verfilmung eines Stoffes der Bestsellerautorin Charlotte Link. Link schreibt – unter anderem – Kriminalromane, deren Handlung nicht aus polizeilicher Warte entwickelt wird. Vielmehr wählt sie häufig einen Einstieg über mehr oder minder unfreiwillig betroffene private Personen. In manchen Augen gelten diese Romane deshalb nicht als Krimis. Eine unzutreffende Verengung – das Genre kennt viele Spielarten. Auch solche, die gänzlich ohne Morde auskommen.

„Die Entscheidung“ allerdings erfüllt diese Erwartungshaltung. Wenn auch nicht gleich in den ersten Minuten. Der Auftakt gerät dennoch spannend. In einem illegalen Pariser Bordell stiehlt sich eine junge Frau nächtens in ein Büro, lädt Daten von einem Computer. Draußen wartet nervös Jerome Deville (Frederick Lau) im Auto. Der Fluchtversuch wird entdeckt, gelingt mit knapper Not.

Bitte schalten Sie um. Die Fortsetzung findet sich hier: https://www.fr.de/kultur/tv-kino/charlotte-link-entscheidung-krimi-ersten-tv-kritik-zr-13428956.html

 

Nicht ausreichend durchdacht

Warum der Quotenverfall der Vox-Serie „Rampensau“ nicht völlig überraschend kam:  https://www.medienkorrespondenz.de/fernsehen/artikel/arne-noltingjan-martin-scharfvalentina-brueningdustin-loosechristian-wernerflorian-knittel-ramp.html

Nachzutragen wäre noch: Die Hauptfigur Shiri ist Schauspielerin und wird nicht zuletzt deshalb in den Undercover-Einsatz geschickt, weil sie im Verstellen geübt sein sollte. Sie bleibt aber stets sie selbst, weshalb schon die Eingangsszene nicht funktioniert, in der eine Theaterregisseurin (Sophie Rois in einem Cameo) beim Vorsprechen Shiri mehr Leidenschaft abfordert. Das ist ja nun Shiris geringstes Problem. Ihr hätte also seitens der Autoren eine andere, für sie schwierigere Aufgabe gestellt werden müssen.

Bilderjagd am Zürichsee

Mit klotzigem Charme: Heino Ferch im Krimi „Allmen und das Geheimnis der Dahlien“ nach einer Vorlage von Martin Suter.

Eigentlich ist das Adjektiv „sehenswert“ ein Fall für die Floskelsirene. Aber, um den großen Sprachkünstler Harry Rowohlt heranzuziehen, „man soll auch nicht allzu rigide sein“. Also darf die Sehenswertigkeit hier ausnahmsweise einmal herhalten. Denn der von der ARD Degeto veranlasste dritte Film um die Figur des Hochstaplers Johann Friedrich von Allmen (Heino Ferch) ist so bildschön geraten, dass man ihn keinesfalls auf den Mini-Mattscheiben eines Tablets oder gar Smartphones anschauen sollte. Der wahre Genuss entfaltet sich erst auf einem breiten Bildschirm.

Der Schweizer Allmen ist hochverschuldet, lebt aber auf großem Fuß. Mit dem Guatemalteken Carlos (Samuel Finzi) hat er einen treuen und multifunktional einsetzbaren Domestiken an seiner Seite. Wenn Allmen seine Herzensdame Joelle „Jojo“ Hirt (Andrea Osvárt) ausführt, dann in die ersten Etablissements am Orte. Den Weg dorthin legt man im Luxusboot zurück. In vornehme Häuser gelangt Allmen zudem von Berufs wegen, da er sich vom Kunstdieb zum Kunstdetektiv gemausert hat und seither in dem ihm eigenen großspurigen Stil unter der Firma „Allmen International Inquiries“ fungiert.

Zum kritischen Part des Textes geht es hier: https://www.fr.de/kultur/tv-kino/heino-ferch-allmen-krimi-bilderjagd-zuerichsee-tv-kritik-12816583.html

Fernsehqualität dank fiskalischer Förderung

Kleines Land, große Serien: In der belgischen Fernsehproduktion spielt auch das Finanzamt eine Rolle.

Sam Leroy (Patrick Ridremont) ist angespannt. Säugling Oscar braucht seine Milch, Sohn Robin (Simon Caudry) und Tochter Emmy (Nola Tilman) müssen zur Schule. Mitten im morgendlichen Trubel wird der Kriminalermittler an einen Tatort gerufen. In der Hektik hat er Oscars Nuckelflasche eingesteckt. „Ist das deine Geheimwaffe?“, spöttelt die Kollegin Billie Vebber (Constance Gay).

In der belgischen Kriminalserie „Unit 42“ ist es zur Abwechslung einmal ein Mann, der Haushalt, Familie und Beruf koordinieren muss. Gewählt hat er diese Rolle nicht. Camille Leroy (Caroline Stas) hat, so deutet sich an, den Freitod gewählt. Für Sam und die Kinder aber ist sie noch anwesend. „Nacht, Mama“, sagt Robin auf dem Weg ins Bett. Wir Zuschauer sehen sie, wie sie schweigend Sams wachsende Verzweiflung verfolgt.

Manchen Krimifreunden sind solche Einblicke ins Privatleben der Ermittler unlieb. Gerade auf dieser Ebene aber gewinnt die mit gewählten Einstellungen und Details sorgfältig inszenierte Serie besonderes Niveau.

Weiter geht es hier (die dortige Überschrift bitte geistig ausblenden): https://taz.de/Krimiserie-bei-ZDFneo/!5611599/