Die Antwerpen-Connection

In Deutschland ist schon der Jubel groß, wenn ein paar tausend US-Amerikaner mal bei „Deutschland 83“ reingucken. Da verbucht die flämische Serienproduktion ganz andere Erfolge. „Professor T.“ ist nicht das vorzüglichste Produkt des kleinen belgischen Serienwunders, bietet aber einen Anlass, mal einen Blick über die Grenze zu werfen. Zumal die deutsche Adaption mit Matthias Matschke in der Titelrolle, ab heute im ZDF zu sehen, zum Teil in den Kulissen des Originals gedreht wurde. Mehr dazu unter http://www.fr-online.de/tatort-spezial/-professor-t—-zdf-die-wirklichkeit-tut-ihm-gut,20719658,35133772,view,asFirstTeaser.html

#Campino und die Pioniere des Brit-Punk

Den Autoren der Arte-Dokumentation ‚“London’s burning“ gelingt über eine geschickte Zusammenstellung von Einschätzungen und Erinnerungen unmittelbar Beteiligter eine aussagekräftige Darstellung der Anfänge des britischen Punk. Arte zeigt die Sendung am heutigen Samstag um 22:50 Uhr. Im Anschluss gibt es noch einen Konzertmitschnitt mit The Damned. Mehr dazu hier:

http://www.fr-online.de/tv-kritik/-london-s-burning–campino-auf-den-spuren-des-punk—arte–die-letzten-rebellen,1473344,34621148,view,asFirstTeaser.html

Fliegen die Gebrüder Wright aus den Geschichtsbüchern?

Auf die Frage, wer den ersten motorisierten Flug der Menschheitsgeschichte absolvierte, käme man mit der Antwort „die Gebrüder Wright“ bei „Wer wird Millionär?“ wohl eine Runde weiter. Was daran nicht stimmt – selbstredend auch für mich ein Lerneffekt -, steht hier: http://www.noz.de/…/fliegen-die-wrights-aus-den-geschichtsb…
Einmal mehr zeigt sich, dass man sich nicht blindlings auf das sogenannte Allgemeinwissen verlassen sollte. Schon gar nicht im wissenschaftlichen und journalistischen Bereich. Lieber checken als nachplappern.

Vertrautes Personal in wechselndem Umfeld

Copyright: ZDF.

Nicht nur im eigenen Land, sondern weltweit gehören US-amerikanische Franchise-Titel zu den meistgesehenen, meistverkauften und meistwiederholten Fernsehangeboten: die Serien der „Law-&-Order“-, „CSI“-, „NCIS“- und der „Criminal-Minds“-Gruppen. Einige Ursprungsserien sind mittlerweile eingestellt, dafür rücken neue nach, die stets im selben Erzähluniversum angesiedelt sind und so Gastauftritte und Crossover-Episoden ermöglichen. In den USA hatte die mittlerweile eingestellte Stammserie „Law & Order“ im Jahr 1990 Premiere, der erste Ableger, „Law & Order: Special Victims Unit“, startete im September 1999. Weitere sollten folgen, darunter sogar ausländische Varianten.

Konsequenter noch hat in Deutschland das ZDF die Marke „SOKO“ etabliert. Verlässlich findet der Zuschauer werktäglich um 18.05 Uhr im ZDF-Hauptprogramm eine Serie mit dem „SOKO“-Etikett, je nach Wochentag mit einem anderen deutschen oder österreichischen Schauplatz, der jeweils durch einen Zusatz im Titel benannt wird.

Bitte weiterlesen unter http://www.medienkorrespondenz.de/leitartikel/artikel/alle-meine-sokos.html

Pilgerstätte für „Downton Abbey“-Fans

Copyright: Harald Keller

Highclere Castle in Berkshire. Copyright: Harald Keller

Die Saga geht weiter. Ab morgen, 1. November, um 15:05 Uhr, setzt das ZDF die britische Serie „Downton Abbey“ mit der vierten Staffel fort. Am Hauptdrehort, dem Adelssitz Highclere Castle in Berkshire, eine Pilgerstätte für D. A.-Fans aus aller Welt, die im realen Leben der Familie Carnarvon gehört, ist derweil Ruhe eingekehrt. Die Dreharbeiten sind beendet, Besichtigungen gibt es nur in den Sommermonaten und zu besonderen Gelegenheiten. Zum Beispiel zum Weihnachtsmarkt Anfang Dezember. Aber Spontanbesucher müssen draußen bleiben – die Eintrittskarten sind seit langem ausverkauft.

Mehr dazu hier: http://www.noz.de/deutschland-welt/medien/artikel/632385/highclere-castle-das-wahre-downton-abbey

Noch ein Wort zu „Blochin“

Ob Ankündigungen des Senders oder Vorabbesprechungen, kaum eine Veröffentlichung zum ZDF-Fünfteiler „Blochin“ kam ohne den Begriff „horizontale Erzählung“ aus. Der kursiert im Rezensionswesen, seit die serielle TV-Erzählung als attraktives Thema entdeckt wurde, klingt nach Fachwissen und Innovation, so wie die Begriffe „Showrunner“ oder „Writer’s Room“. Nichts davon ist neu, es handelt sich um altbekannte Einrichtungen und Funktionen industrieller Serienfertigung, deren Genese im westlichen Kulturkreis bis zu den US-amerikanischen Radio-Soaps zurückreicht.

Fernsehserien sind seit einiger Zeit ein Modethema, vorrangig die US-amerikanischen und skandinavischen Produktionen. Die Hingabe der Feuilletons und mancher, teils skurriler Web-Seiten gilt der Fortsetzungserzählung, also dem „horizontalen Erzählen“, mit der Begründung, die epische TV-Serie habe den zeitgenössischen Roman eingeholt oder gar ersetzt. Auch kein neuer Gedanke – als das westdeutsche Fernsehen ab 1959 erstmals Mehrteiler wie „So weit die Füße tragen“ oder „Am grünen Strand der Spree“ (beides ARD/WDR) produzieren ließ, wurden diese Fortsetzungsstücke als „Fernseh-Romane“ bezeichnet. Es folgten dann vor allem Krimimehrteiler, die ARD-„Straßenfeger“ nach Vorlagen von Francis Durbridge oder auch semidokumentarische Stoffe wie „Die Gentlemen bitten zur Kasse“ (ARD/NDR).

In eben dieser Tradition des großen Mehrteilers steht auch „Blochin“.

Fortsetzung unter http://www.medienkorrespondenz.de/fernsehen/artikel/matthias-glasermaxim-kuphal-potapenkolaura-lackmannsvenja-rasocha-blochin-die-lebenden-und-di.html

Vorbildlich: Die Ausnahmeproduktion „Broadchurch“

Am heutigen Mittwoch (30.9.) zeigt das ZDF bei ZDFneo noch einmal die britische Produktion „Broadchurch“, ein Meisterstück auf dem Gebiet der seriellen Kriminalerzählung. Auch als Wiederholung sehenswert, denn in Kenntnis der Auflösung lässt sich umso besser ermessen, mit welcher Raffinesse Autor Chris Chibnall und die Regisseure James Strong und Euros Lyn das personelle Geflecht der von einem Kindsmord betroffenen Kleinstadt und die dortigen psychosozialen Verhältnisse arrangiert und filmisch umgesetzt haben. Die Bildgestaltung von Kameramann Matt Gray, die hochpräzise eingesetzten Verschiebungen der Bildschärfe, die Großaufnahmen, die eleganten Plansequenzen – zu Beginn werden in einer einzigen Kamerafahrt bereits mehrere wichtige Protagonisten eingeführt -, trägt neben der Musik des isländischen Komponisten Ólafur Arnalds ganz wesentlich zur Wirkung und Qualität dieser Serie bei.

„Broadchurch“ erzählt die Geschichte vom Mord an Danny …

Offenbar hatte das ZDF mit den Ausstrahlungs- auch die Remake-Rechte übernommen, denn die im Februar ausgestrahlte zweiteilige Eigenproduktion „Tod eines Mädchens“ wies deutliche Übereinstimmungen mit „Broadchurch“ auf, nebst einigen Anleihen bei der ersten Staffel von „Kommissarin Lund – Das Verbrechen“. Wobei das Ganze vor allem im visuellen Bereich deutlich hinter dem Original zurückblieb.

In „Tod eines Mädchens“ heißt das Opfer Jenni.

In „Broadchurch“ liefert Jodie Whittaker eine zutiefst berührende schauspielerische Leistung in der Rolle der Mutter des toten Kindes.

Szenenfoto: ZDF

In „Tod eines Mädchens“ spielte Anja Kling den gleichen Part in einer nahezu übereinstimmenden Familienkonstellation. Szenenfoto: ZDF

Für „Tod eines Mädchens“ wurde manche Einstellung aus entgegengesetzter Perspektive aufgenommen …

…, aber gewisse Ähnlichkeiten sind kaum von der Hand zu weisen.

Man darf da schon füglich von Nachahmung sprechen. Nicht allerdings jene, die bei „Stromberg“ – im Original „The Office“ – über einen ähnlichen Vorgang großzügig hinweggesehen haben …